Hallo Anonymous

Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Alles zum Thema Gymnastizierung, Ausbildungsskala und Lektionen hat hier seinen Platz

Moderatoren: Shadow, Stoppelhopser

Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Shadow » 28. Jan 2010 10:19

Guten Morgen :)
Ich hab da mal wieder ein Frage und hoffe auf ein paar Tipps.

Wenn ich auf der rechten Hand galoppiere und nicht auf gebogener Linie reite, sondern z.B. die lange Seite hinunter fällt mir extrem auf, dass meine Stute - besonders auf dem 1. Hufschlag auffällig - mit der Hinterhand versetzet in der Bahn läuft.
Die Hinterhand ist nicht mehr in der Spru der Vorderhand, sondern durchaus mal zur Hälfte auf dem 2. Hufschlag.
Das sieht ausgesprochen merkwürdig aus - besonders wenn wir auf den Spiegel am zugaloppieren, der am Ende einer langen Seite hängt ;)
Nun hab ich schon mehrere Versuche gestartet ihre Hinterhand wieder in die Spur zu bekommen, bisher allerdings ohne Erfolg.
Auf gebogenen Linien ist das Phänomen nicht oder nur ab und an sehr leicht vorhanden.

Links läuft es besser, da gibt es keinerlei Problem.
Was würdet ihr vorschlagen? Tipps, Ideen, Gegenvorschläge?
Benutzeravatar
Shadow
Super Moderator
 
Beiträge: 1653
Registriert: 22. Aug 2009 01:05
Wohnort: Niedersachsen
Reitweise: Englisch

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Nobile » 28. Jan 2010 10:51

Hhm, das sieht man doch generell öfter, ein Pferd hat eine schlechte Seite und da kann es schon mal sein, dass es auf einer Hand nicht gut geradegerichtet ist...
Kann mir nur vorstellen, dass es auf der gebogenen Linie weniger vorhanden ist, da du sie da besser mit der Vorderhand nach innen stellst.
Ich würde versuchen sie im Galopp auf der rechten Hand (also da wo sie immer mit der HH nach innen kommt) auf der langen Seite bewusst mit der Vorderhand nach innen zu führen. Und auch auf der Tour kannst du versuchen eine Art "Schenkelweichen" zu reiten (Schenkelweichen in dem Sinn gibts ja im Galopp nicht) es kann aber helfen, dass die Hinterhand dahin kommt wo sie hin soll :D also bei uns hat das geholfen, Nobile neigt aber eher links dazu den Popo nach innen zu drehen...
Benutzeravatar
Nobile
Longen-Verknoter
 
Beiträge: 366
Registriert: 1. Sep 2009 23:38
Wohnort: Österreich
Reitweise: Englisch - Dressur

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Licke » 28. Jan 2010 19:35

Ich glaube nicht, dass man da mit Hilfen weit kommt. Versuche, die Hinterhand "raus zu bekommen" werden nichts reeles bringen.

Da hilft nur das leidige Gymnastizieren und das Pferd gerade zu bekommen.

Meiner macht genau das Gleiche. Reite ich (wie jetzt im Winter) vermehrt in der Bahn und arbeite an seiner (gegen) Schiefe, dann galoppiert er fast in der Spur (rechts, links geht eh). Laß ich die Bahnarbeit schleifen, kommt der Hintern wieder rein.

Warum passiert es?

Ich kopiere mal was rüber, das ich woanders zu dem Thema geschrieben habe:

Ich hatte heute in der Stunde einen Theorieteil, der sich mit dem schiefen Pferd beschäftigte.

Mein Herr Pferd ist links hohl. Ich dachte immer rechts, weil er im Galopp rechts die Hinterhand immer so in die Bahn drückt. Das kommt aber daher, dass sein linkes Hinterbein (auf der hohlen Seite) mehr Schubkraft hat und so die Hinterhand reindrückt. Das bezieht sich aber nur auf den Galopp.

Links hohle Pferde tun sich auch mit dem Rechtsgalopp schwer. Warum? Weil sie hinten anspringen und ihnen das mit links (weil stärker) leichter fällt.

Da er links hohl ist, ist das linke Hinterbein mehr bemuskelt und welche Schulter? Na? Die rechte Schulter. Warum? Weil er links hinten mehr schiebt und es dann rechts auf dem Vorderbein ankommt. Auch sind links die Rückenmuskeln leicht stärker, da diese Seite schiebt.

Wenn man jetzt Sh zu Korrekturzwecken der Schiefe reitet- welches Seite fördert dann die schwächere Seite? Links schief. Was passiert, wenn ich links SH reite? Ich stärke das linke Hinterbein und die rechte Schulter. Die eh schon schwächere linke Schulter macht gerne Platz, das stärkere linke Hinterbein schiebt locker durch.

Reite ich rechter Hand SH, dann muß das schwächere Hinnterbein sich anstrengen und die starke rechte Schulter muß Platz machen und das Pferd muß mit der schwächeren linken Schulter arbeiten.

Verständlich? Bitte auch gerne korrigieren!!

Beim Conterschulterheirein ist es umgekehrt, klar.

Wenn meiner kleine recht enge Volten läuft, dann ist sein Rücken linker Hand innen deutlich höher, er will mich nach außen setzen (da geht es quasi bergab)- er schiebt sich selber ja theoretisch auch nach außen, wegen des Schubs von hinten innen. Und will außen nicht mitarbeiten. Zu anstrengend. Das kann man z.B. mit Druck durch den innenren Sitzknochen korrigieren.

Auf der rechten Hand sitze ich deutlich "gleicher" auf beiden Rückenseiten, weil er da links hinten gut Gewicht mit aufnimmt und gegen (bwz. nach innen) steuert.
------

und:

Meiner geht auch rechts besser- auch, was Biegungen angeht- finde ich. Dennoch ist er links hohl, kann aber rechts besser mogeln, bzw, sich entziehen. Ich glaube, dass die rechte Seite deswegen besser klappt, weil er da hinten von außen nach innen schiebt und innen eh die starke Schulter hat. Linksrum drängt die Hinterhand nach außen und die schwache Schulter ist innen, läßt sich also mittreiben (bei meinem jetzt).
-------

Ist das verständlich?
Benutzeravatar
Licke
Mittellinien-Anhalter
 
Beiträge: 291
Registriert: 27. Okt 2009 20:05
Reitweise: Klassik, Gelände

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Licke » 7. Feb 2010 10:09

Hat Dir Beitrag helfen können?
Benutzeravatar
Licke
Mittellinien-Anhalter
 
Beiträge: 291
Registriert: 27. Okt 2009 20:05
Reitweise: Klassik, Gelände

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Shadow » 7. Feb 2010 10:46

Hey, vielen Dank erstmal :)
Habe nie daran gedacht, dass mein Pferd links hohl sein könnte? Links ist eigentlich ihre grundsätzlich bessere Hand und daher war meine Schlussfolgerung, dass sie rechts wohl einfach nicht "so gut" ist.

Hab die letzten Male dann verstärkt daran gearbeitet, Erfolge lassen sich aber sicher erst in einiger Zeit wirklich sehen.
Wo hast du diese Theoriestunde gehabt? Klingt auf jeden Fall total informativ. :thumbsup:
Benutzeravatar
Shadow
Super Moderator
 
Beiträge: 1653
Registriert: 22. Aug 2009 01:05
Wohnort: Niedersachsen
Reitweise: Englisch

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Licke » 7. Feb 2010 15:31

Während meiner Reitstunde :D
Benutzeravatar
Licke
Mittellinien-Anhalter
 
Beiträge: 291
Registriert: 27. Okt 2009 20:05
Reitweise: Klassik, Gelände

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Shadow » 7. Feb 2010 15:39

Licke hat geschrieben:Während meiner Reitstunde :D


Das klingt super ... Deinen RL will ich bitte auch haben.
Im Moment hab ich weder die Zeit dazu, noch jemanden passendes gefunden, den ich mir als Lehrer vorstellen könnte. :>_<:

Sah heute nach einigen Übungen schon wesentlich besser aus. Am Anfang wieder (dank Spiegel gut zu sehen) volle Möhre auf zwei Hufschlägen, später dann deutlich weniger, wenn auch noch nicht perfekt.
Würde es denn helfen wenn ich z.B. durch Aktionen wie Zirkel verkleinern, etc. mehr Gewicht aufs rechte Hinterbein bringen würde um es dann mehr zu bemuskeln? Oder allgemein eben alles was speziell auf der einen Hand die Muskulatur aufbessern könne.... :roll: Yeaa, ich hab n neues Trainignsziel!
Benutzeravatar
Shadow
Super Moderator
 
Beiträge: 1653
Registriert: 22. Aug 2009 01:05
Wohnort: Niedersachsen
Reitweise: Englisch

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Licke » 7. Feb 2010 16:01

Hmmm. Man sollte natürlich auch weiterhin die andere Hand mitarbeiten. Schlielich mußt Du ja z.B. links die Schulter stärken und rechts das Hinterbein.

Ich denke mal, dass Du auch nach einer gewissen Zeit selber sehen kannst (beim Putzen z.B.), dass der Rücken gleichmäßiger wird. Stell Dich mal hinters Pferd und schau Dir genau beide Schultern an. Eine wird stärker sein- das muß dan ausgeglichen werden.

Braucht Zeit..... ich weiß, wovon ich rede.. Meiner mußte wegen der Fesselträgersache fast 5 Moante in der Bahn pausieren. In dieser Zeit wurde er wieder sehr schief. Daher auch der Post oben. Da arbeitet man sich durch die Schiefe, Pferd fällt einige Zeit aus und man fängt wieder fast von vorne an. Nur, dass es schneller geht, da das Pferd a) den Bewgungsablauf kennt und b) die entsprechenden Muskeln schon mal da waren.

Nach nur 2,5 Monaten vermehrter Dressurarbeit (und Hallenhaft wegen des Wetters) ist unser Sattel wieder mal zu eng!!! So baut er auf!

Sorry, zurück zum Thema...

Auf dem Zirkel kannst Du ja super SH und ConterSH abwechseln, verkleinern und vergrößern. Auch gut ist es, 8er in Außenstellung zu gehen. Dabei bitte darauf achten, dass beim Handwechsel das Hinterteil nicht rauspendelt (wie es oft bei der Innenstellung passieren kann). Schön die eigene äußere Hüfte mit in den Handwechsel nehmen, Schultern nicht vergessen.

Wenn Du links merkst, dass dein Pferd nicht auf die innere Schulter fällt, wechsel in Innenstellung, legt sie sich wieder auf die Schulter und entzieht sich somit, wieder Außenstellung. So wird es auch gezwungen das äußere Hinterbein besser unter zu fußen und muß innen hinten (in Außenstellung) Gewicht aufnehmen und mehr unter treten- kann nicht einfach außen vorbei schieben.

Hmmm, ist das verständlich? Wenn nicht, dann fragen!!!

Vielleicht würde auch ein Schultervor im Galopp helfen? Das ist zwar anfangs sehr anstrengend fürs Pferd, aber versuche es mal. Erst nur ein paar Sprünge, dann etwas mehr.

Was fällt mir noch ein?

Hiterhand auf einer kleinen Volte übertreten lassen finde ich eine gute Lockerungsübung und macht hinten geschmeidiger. Schön auf beiden Händen in deutlicher Stellung die Hinterhand schwenken und richtig übertreten. Da lernt man besser zu fühlen, wo der Hinterfuß hindappt, macht die Hüfte und das Knie locker und ist wichtig, für das spätere gerade werden.

Toitoitoi!!!! Bei bedarf fragen- vielleicht fällt mir noch was ein.
Benutzeravatar
Licke
Mittellinien-Anhalter
 
Beiträge: 291
Registriert: 27. Okt 2009 20:05
Reitweise: Klassik, Gelände

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Cassini » 25. Mai 2010 17:22

Na, hat sich eine Besserung gezeigt?

Weswegen sowas bei mir manchmal passiert: Ich sitze nicht gerade und im Gleichgewicht im Sattel. Da hilft es dann, wenn ich innen einfach mehr runtersitze.

Falls es wirklich an der Schiefe des Pferdes liegt, so müsstest du bei Volten ja ähnliche Erfahrungen wie Licke gemacht haben - ist dem denn so?
Lieben Gruß
__________________________________________
Wenn der Polizist "Papiere" sagt und ich sag "Schere" - hab ich dann gewonnen?
Benutzeravatar
Cassini
Mähnen-Einflechter
 
Beiträge: 37
Registriert: 25. Mai 2010 16:55
Wohnort: Hamburg
Reitweise: Englisch

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon rakete » 30. Mai 2010 22:49

Ich würde dir auch raten an der langen Seite mehr ins Schultervor zu gehen oder auf der Zirkellinie ein Schultervor zu reiten.Was auch gut ist wenn du auf dem Zirkel das Pferd für ein paar Sprünge nach außen stellst!
Kann auch sein das du mit dem äußeren Bein zu sehr nach "innen drückst" bzw.das Bein zu weit hinten hast.Probier mal weniger außen und mehr am inneren Bein zu reiten .
Benutzeravatar
rakete
Mittellinien-Anhalter
 
Beiträge: 258
Registriert: 30. Okt 2009 07:51
Wohnort: Niedersachsen
Reitweise: Englisch

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Shadow » 10. Jun 2010 11:48

Gestern war ich nach langer Zeit mal wieder in der Halle, da sich draußen ein Monsun über den Platz ergossen hat... Da konnte ich dann wieder im Spiegel sehr schön beobachten, ob es besser oder schlechter geworden ist. Meiner Meinung nach ist sie in der Halle aber auch nach wie vor geühlt stärker versetzt als auf dem Platz wo sich das Problem gar nicht ergibt.
Optisch war es gestern im Spiegel in Ordnung, nicht perfekt aber deutlich besser.
Benutzeravatar
Shadow
Super Moderator
 
Beiträge: 1653
Registriert: 22. Aug 2009 01:05
Wohnort: Niedersachsen
Reitweise: Englisch

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon banny » 17. Jun 2010 14:35

wie schon gesagt viel schulterherein, und schultervor.
und auch viele tempi übergänge.. nicht nur im galopp.. :)
viel erfolg
Schaut doch mal bei meiner Fotostory vorbei.. ;)
http://abgesattelt.de/viewtopic.php?f=38&t=235
Benutzeravatar
banny
Eckenausreiter
 
Beiträge: 24
Registriert: 6. Sep 2009 19:31

Re: Rechtsgalopp: Hinterhand zu stark nach innen versetzt

Beitragvon Cherry » 11. Aug 2010 13:13

Das ist völlig normal! Das ist die Natürliche Schiefe, sie ist bei Pferden unterschiedlich stark ausgeprägt und zeigt sie auf einer Hand immer vermehrt. Da solltest du an der Geraderichtung arbeiten!
Longenarbeit im Galopp hilft dabei sehr oder Arbeit in der Bahn mittels DL kann dein Pferd auch gerade richten!
Liebe Grüße,
Cherry ;)

www.Horse-Photography.net
Benutzeravatar
Cherry
Fliegenmützchen-Träger
 
Beiträge: 56
Registriert: 9. Mai 2010 21:32
Wohnort: Naumburg, Nordhessen
Reitweise: Freizeit, klassisch


Zurück zu Dressur

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast