von Isi » 12. Jun 2011 19:03
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich der Schritt auch durch sehr ruhiges Schrittreiten und Seitengänge verbessert. Das ruhige Tempo sollte natürlich nicht durch Handeinwirkung erreicht werden, sondern vielmehr dadurch, dass du passiver wirst (ausatmen, weniger aktiv mitgehen, sondern ruhiger sitzen ohne gegen die Bewegung des Pferdes zu kommen). Aus diesem ruhigen Tempo kannst du dann viele Seitengänge reiten, da sie die Diagonalisierung im Schritt fördert. Ich weiß jetzt nicht genau, wie weit dein Pferd schon ist, aber die Übergänge Schulterherein - Renvers - Konterschulterherein - Travers bieten sich sehr schön dafür an und fördern gleichzeitig noch die Beweglichkeit und Biegung. Zwischendurch würde ich immer wieder die Zügel aus der Hand kauen lassen oder auch mal den Zügel ganz hingeben.
Wenn du damit Erfahrung hast, bietet es sich außerdem an, die ganzen Seitengänge parallel auch an der Hand zu schulen, das würde ich aber nur machen, wenn du das entweder schonmal gemacht hast oder ein Trainer dabei ist, der davon Ahnung hat.
Diese Methode hat bei einer Stute bei uns im Stall sehr gut geholfen. Die wurde immer etwas über Tempo geritten, war verspannt im Rücken und ging sehr passig. Bei einem Lehrgang wurde zunächst Handarbeit gemacht und dann unter dem Sattel wie oben beschrieben und nach einer halben Stunde war der Pass so gut wie weg.
Gerade wenn die Hinterhand nicht so aktiv ist, kannst du die mit Seitengängen sehr schön aktivieren und zu einem weiteren Untertreten animieren. Bella ging eine zeitlang auch mal hinten links etwas kurz, durch viel Gymnastik im Schritt macht sie das jetzt nicht mehr sondern tritt schön gleichmäßig und insgesamt tiefer unter als vorher.
Klettern im Gelände, wie Ann das vorgeschlagen hat, finde ich auch sehr sinnvoll - allgemein in der Ausbildung, das fördert ja nicht nur Geschicklichkeit und Balance, sondern auch die Muskulatur in der Hinterhand.