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Was Pferde WIRKLICH wollen...

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Moderator: Stoppelhopser

Was Pferde WIRKLICH wollen...

Beitragvon Talon » 29. Aug 2011 11:37

Hallo zusammen!

Nach dem gestrigen Ausritt mit meinem Traber Adham grüble ich ein wenig über diese Frage nach:

"Was wollen Pferde eigentlich wirklich!?"

Also, mein Pferd ist ja ein überdurchschnittlich motiviertes "Arbeitstier". Egal, was ich von ihm verlange, er gibt immer sein Bestes und ist mit Feuereifer bei der Sache. Das sagt auch mein RL!

Nun ist es aber natürlich so, dass jedes Pferd ( und jeder Mensch ) irgendwo seine besonderen "Neigungen und Fähigkeiten" hat. Das ist mir auf dem gestrigen Ausritt ( Länge: ca. 40 km ) mal wieder so richtig bewusst geworden.

Mein Traber zB ist eine absolute "Laufmaschine"! Da geht ihm förmlich "das Herz auf" und er kriegt sich gar nicht mehr ein vor lauter "Schnauben und Prusten"! Den könnte man - rein theoretisch - nachts um 2 Uhr aus seiner Box holen und mit ihm nach "Honululu reiten"!

Kurz gesagt: Er hat mir gestern mal wieder überdeutlich gezeigt, wo sein größtes Talent liegt!

Jetzt habe ich fast schon ein wenig ein schlechtes Gewissen, weil ich es mir ja in den Kopf gesetzt habe mit ihm schwerpunktmäßig Vielseitigkeit zu reiten. Wie gesagt, er gibt sich auch in der Dressur und beim Springen sehr viel Mühe und gerade im Gelände habe ich schon den Eindruck, dass ihm die "festen Sprünge" sehr zusagen- er springt da auch viel engagierter als im Parcour mit den bunten Stangen!

Dennoch: Er ist ein Läufer- und zwar durch und durch! Und deshalb frage ich mich, ob es wirklich so fair ist auf "Teufel komm raus" eine andere Disziplin mit ihm zu gehen!

Okay, andererseits bin ich ja "nur" Freizeitreiter und in den niedrigen Klassen, in denen ich starte ( über A werden wir mit Sicherheit nie hinaus kommen! ) kann man VS- und Distanzreiten ja auch ohne weiteres miteinander in Einklang bringen. Aber so ein klein wenig nachdenklich hat mich der Ritt gestern doch gemacht.... Zumal ich auf der Distanzreiterseite auch über den Ritt für die "Offenen Baden-Württembergischen Meisterschaften über 120 km" gestoßen bin und mir bewusst ist, dass mein Pferd diese, mit 1-2 Jahren ordentlich Vorbereitung und Ritterfahrung ohne weiteres mitlaufen könnte!

Darum würde ich mit Euch hier gerne eine kleine Diskussion starten, die mir vielleicht auch ein wenig beim Gedanken-Sortieren hilft, ob ihr ähnliche Überlegungen im Bezug auf Eure Pferde auch schon mal gehabt habt und wie ihr letztendlich entschieden habt!?

LG, Nicole! ( Der heute immer noch der Hintern weh tut! :D )
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Re: Was Pferde WIRKLICH wollen...

Beitragvon Bulletproof » 29. Aug 2011 13:52

Ich hätte nicht gedacht, dass es noch mehr Leute gibt, die was dieses Thema angeht, so denken wie ich! Ich habe immer wieder die gleiche Diskussion mit mir selbst und verstehe sehr gut, was dir da durch den Kopf geht.
Bei Schnecki und mir ist es ähnlich. Ich reite ihn schwerpunktmäßig in der Dressur, merke aber ganz deutlich, dass er viel mehr Spaß am Springen hat. Da bin ich jedoch nicht so gelehrt und deshalb liegt bei uns nicht mehr drin als 1-2 Mal in der Woche einen Sprung aufzustellen, über den wir mal drüber hopsen. Die Höhe ist dabei nicht unbedingt das Problem. Nachdem ich mich anfangs bei 30cm schon quer gestellt habe, springen wir jetzt auch gut und gerne schonmal über 80cm und mehr. Er hat da die nötige Sicherheit, die sich auf mich überträgt. Mit einem anderen Pferd wäre das für mich wahrscheinlich nahezu unmöglich.
Ich habe mich schon oft gefragt, ob es denn gerechtfertigt ist, dass ich so viel im Dressurviereck mit ihm arbeite. Ich versuche schon immer da Stangenarbeit und Cavalettis mit einzubauen, weil ich merke, dass ihm das viel mehr Freude bereitet.
Ans Parcourspringen habe ich mich bis jetzt mit ihm noch nicht gewagt. Mehr als vier Sprünge liegen da eigentlich nie drin. Nicht zuletzt, weil unser Platz auch nicht der größte ist. Ich habe mir aber fest vorgenommen diesen Winter mit ihm Springunterricht zu nehmen, weil ich dann sowieso in die Halle im Nachbarort reiten oder fahren muss, wo es einen qualifizierten Springlehrer gibt. Trotzdem befürchte ich, dass aus mir nie ein eingefleischter Springreiter werden wird. Aber was tut man nicht alles fürs Pferdchen... ;)
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Re: Was Pferde WIRKLICH wollen...

Beitragvon sugar1987 » 29. Aug 2011 15:37

Auch ich habe mich damals einmal mit dem Thema auseinander setzen müssen. (Der Grundgedanke kam mir auch beim Ausreiten)

Ich wollte unbedingt Western reiten, habe fleißig Unterricht mit meinem Pferd genommen, bis ich mir die Frage gestellt habe, ob er das auch so sehr will wie ich.
Er war im Gelände einfach unschlagbar, egal was kam Pony hat mitgemacht. Dafür war er auf dem Platz nicht wirklich zu frieden. Und eigentlich auch nicht so ergeizig wie ich, zumindestens bei dem Thema nicht. Manche Dinge konnte er einfach nicht umsetzen.

Schluss endlich habe ich ihn als Geländepferd verkauft, auch wenn es sehr hart war, war es in jedem Fall das beste für uns beiden.

Man muss sich halt Fragen wie sehr man etwas will und wie es mit den Fähigkeiten (vielleicht sogar Vorlieben) des Pferdes vereinbar sind.
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Re: Was Pferde WIRKLICH wollen...

Beitragvon Talon » 29. Aug 2011 15:46

Also, was man bei meinem Pferd auf gar keinen Fall machen darf ist, ihn jeden Tag mit demselben "Mist" zu langweilen! Er braucht auf jeden Fall sehr viel Abwechslung, weil er auch neue Dinge "aufsaugt wie ein Schwamm"! ;)

Er zeigt es idR auch sehr deutlich, wenn er mal wieder "frischen Wind" braucht. Das ist mir persönlich auch SEHR recht, da ich auch nicht jeden Tag dasselbe mit ihm machen möchte. Von daher geht es mir auch primär um die Frage, wie man das eine mit dem anderen sinnvoll kombinieren kann, ohne das Pferd zu überlasten.

Im "Distanzreiterforum" habe ich zu dieser Thematik übrigens den Tipp bekommen, dass für ein Pferd wie meines, auch als "Nebenjob", Distanzritte von 80 bis 90 km kein Problem wären. Wobei man nach so einem Ritt aber natürlich entsprechend Ruhetage einplanen muss.

Und - ganz ehrlich - ich glaube, mehr als 90 km würde mein Hintern auch gar nicht aushalten! :D :pfeif:
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Re: Was Pferde WIRKLICH wollen...

Beitragvon Serafina » 31. Aug 2011 13:49

Das kenne ich auch....
Ich bin Dressurreiter und Donna Abstammungsmäßig eher Springpferd. Das an sich wäre ja gar nicht so Schlimm weil das ja nichts aussagt aber es ist tatsächlich so das Donna Sprünge über alles liebt und ich seit einem Unfall Angst davor habe. Nach 6 Jahren habe ich mich nun überwunden doch kleine Sprünge mit ihr zu machen und sie ging darin total auf. Sobald sie ein Hindernis sieht lebt sie total auf und es geht ein reiner Energiestoss durch das Pferd. Tja, leider wurde nun eine Hufrollenentzündung diagnostiziert und somit ist das Springen nun für immer Tabu :thumbsdown:

Mit Linea ist das etwas anders, sie ist das absolute Dressurpferd und gibt imer 100%, sie arbeitet total gerne und will herausgefordert werden. Bei ihr muss ich aufpassen das dass Training Abwechslungreich ist, weil sie sich sonst schlicht weg Langweilt.
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Re: Was Pferde WIRKLICH wollen...

Beitragvon Stuetchen » 1. Sep 2011 16:29

Das Stütchen hatte ja lange Zeit die Geegenheit sich als Schulpferd zu beweisen und sie bewies, dass es nicht ihrs ist. Auch heute noch mag sie Platzstunden nicht so sehr. Mal ja, vor allem, wenn gesprungen wird, mal weniger. Aber im Gelände herum zu "tingeln", das genießt sie. Über diese Form der Reiterei ist sie auch vom Psychopferd zum Beinahe -Verlasspferd geworden.
Ich glaube, dass sie recht zurfrieden ist. Es könnten sicher auch höhere Sprünge sein, aber das trau ich mich 36 Jahren dann doch nicht mehr.
Ihre Verhaltensänderung zeugt schon recht deutlich von ihrer Zufriedenheit.
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Re: Was Pferde WIRKLICH wollen...

Beitragvon December » 3. Sep 2011 15:17

Ich bin mir ganz sicher dass jedes Pferd, was einen vielseitigen Trainingsplan hat, seine Vorlieben und Abneigungen entwickelt. Mein Haflinger wurde zum Beispiel in den ersten 8 Jahren seines Lebens nur "auf dem Boden" ( :D ) geritten bis ich anfing, ihn freispringen zu lassen. Das fand er so spitze, dass ich ihn jetzt, nach einem Stallwechsel, auch öfters springen lasse. Er hat sehr viel Spaß am Springen, weshalb ich ihm das jetzt gern besser beibringen und nicht nur rumspringen möchte.
Außerdem merke ich deutlich, dass er nach drei Tagen Hallentraining dankbar für einen ausgiebigen Ausritt ist. Ich finde das ganz normal.
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