Hallo an alle,
eine Freundin von mir hat eine Stute, die sie auf E/A-Niveau springt. Einzelne Sprünge funktionieren noch ganz gut, aber sobald sie in den Parcours übergeht, legt das Pferd einen Schalter um und zieht extrem an, sodass sie sich auch noch kaum über Sitz zurückhalten lässt. Das Resultat ist dann meist nur noch, dass man versucht sie mitm Zügel noch einigermaßen im Schach zu halten, aber besonders angenehm für das Pferd und den Reiter ist es eben nicht und sie hat auf Turnieren so auch kaum die Möglichkeit einen guten Stil im Springen zu zeigen, worüber sie natürlich kreuzunglücklich ist. Wir haben schon versucht mit Stangen zu arbeiten, zulegen und aufnehmen in der Galopparbeit hinzuzunehmen und auch erst mal nur kleinere Gymnastiksprünge zu üben. Doch die Stute scheint diese kleinen Sprünge kaum ernst zu nehmen und springt ziemlich flach. Im Anziehen vorm Sprung kann man sie bei kleineren Sprüngen schwerer händeln als bei höheren. Da scheint sie mir aufmerksamer.
Hält man sie stärker zurück, fängt sie an zu klemmen und springt einfach in den Kreuzgalopp um. Manchmal wechselt sie ständig den Galopp, immer so die letzten Meter vorm Sprung.
Das Pferd ist extrem übereifrifg und springfreudig, aber es macht keinen Spaß sie zu reiten, wenn sie nicht auf den Reiter reagiert. Wie kann man das Training sinnvoller gestalten? So'n Bereiter meinte zu uns, wir sollten ihr mal für ne kurze Zeit ein Pelham drauf machen und sie damit reiten, weil das sonst zu gefährlich werden würde und wollte uns auch bei helfen, aber wenn sie danach nicht mehr auf ein normales Gebiss reagiert? Ich weiß nicht.
Vielleicht habt ihr ein paar Ideen? Ich freu mich über Antworten!
edit: Achso, das Pferd ist zehn Jahre alt, wird 6 Tage die Woche geritten, auch longiert und nicht nur gesprungen, sondern auch gut in der Dressur gearbeitet. Und es wird auch Reitunterricht genommen.
Pferd zu stark im Parcours
Moderator: Shadow
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Pferd zu stark im Parcours
Erfolg wird nicht an der Menge von Schleifenmaterial gemessen.
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wellensurferin - Fliegenmützchen-Träger
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Re: Pferd zu stark im Parcours
Back to basic - viel Dressurarbeit, an der Durchlässigkeit arbeiten, Gymnastikreihen.
Ich finde es extrem anstrengend, wenn ein Pferd, sobald es einen Sprung sieht, total kopflos wird. Springfreudig und eifrig ist wunderbar, aber das ganze sollte regulierbar bleiben ohne das es zu unschönen Szenen kommt.
Mit Pelham zu reiten ist sicher eine Möglichkeit, auch um den Reiter zu schützen. In dem Fall würde es dann aber wohl darauf hinaus laufen, dass das Pferd über Schmerz "lernt", zu reagieren - finde ich persönlich nicht die feinste Art
Ich würde eine lange Seite mit einer Sprungreihe von 6-10 (je nach dem wie groß die Halle/Platz ist) kleinen Sprüngen (Kreuz/Cavaletti) aufstellen. Warmreiten und dann im fließenden Galopp ganze Bahn immer wieder über die Reihe, ganz locker ohne viel einzuwirken. Verhaspelt sie sich, muss sie automatisch selbst korrigieren. Nach der 5ten Runde hatte selbst meine Püh kapiert, das sie es sich unglaublich schwer macht wenn sie nicht aufpasst und zu flott wird
Ich finde es extrem anstrengend, wenn ein Pferd, sobald es einen Sprung sieht, total kopflos wird. Springfreudig und eifrig ist wunderbar, aber das ganze sollte regulierbar bleiben ohne das es zu unschönen Szenen kommt.
Mit Pelham zu reiten ist sicher eine Möglichkeit, auch um den Reiter zu schützen. In dem Fall würde es dann aber wohl darauf hinaus laufen, dass das Pferd über Schmerz "lernt", zu reagieren - finde ich persönlich nicht die feinste Art
Ich würde eine lange Seite mit einer Sprungreihe von 6-10 (je nach dem wie groß die Halle/Platz ist) kleinen Sprüngen (Kreuz/Cavaletti) aufstellen. Warmreiten und dann im fließenden Galopp ganze Bahn immer wieder über die Reihe, ganz locker ohne viel einzuwirken. Verhaspelt sie sich, muss sie automatisch selbst korrigieren. Nach der 5ten Runde hatte selbst meine Püh kapiert, das sie es sich unglaublich schwer macht wenn sie nicht aufpasst und zu flott wird

"Pferdeverstand ist das, was Pferde davon abhält, auf künftiges Verhalten der Menschen zu wetten."
(Oscar Wilde)
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Stoppelhopser - Moderator
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Re: Pferd zu stark im Parcours
Ich würde beim Traing einen Parcour aufbauen und immer wenn die Stute heftig wird 10 min Dressur. Dann wieder einen Sprung, sobald sie heftig wird wieder 10 min Dressur.
Ansonsten auch kleines Kreuz oder Steilen aufbauen und wenn sie kopflos drauf zu rammelt vorher abwenden, und das so lange bis sie ruhig bleibt.
Hab mit diesen Methoden recht gute Erfahrung gemacht!
Ansonsten auch kleines Kreuz oder Steilen aufbauen und wenn sie kopflos drauf zu rammelt vorher abwenden, und das so lange bis sie ruhig bleibt.
Hab mit diesen Methoden recht gute Erfahrung gemacht!
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Nedserd - Handwechsel-Sager
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Re: Pferd zu stark im Parcours
... und bis auf weiteres keine Turniere gehen, ehe das Problem nicht im Griff ist.
Auf einem Turnier kann man nicht "mal eben" noch ne runde Dressurarbeit einschieben und ist wohl oder übel gezwungen den Parcours zu ende zu reiten. Da würde ich erstmal ganz auf Starts verzichten, wenn das Pferd nur kopflos wird.
Hat ja keinen Sinn, dass es sich dann auf dem Tunrier wieder aufpowert, während man zu Hause versucht es ruhiger zu bekommen und das Rennen nicht durchgehen lassen will.
Auf einem Turnier kann man nicht "mal eben" noch ne runde Dressurarbeit einschieben und ist wohl oder übel gezwungen den Parcours zu ende zu reiten. Da würde ich erstmal ganz auf Starts verzichten, wenn das Pferd nur kopflos wird.
Hat ja keinen Sinn, dass es sich dann auf dem Tunrier wieder aufpowert, während man zu Hause versucht es ruhiger zu bekommen und das Rennen nicht durchgehen lassen will.
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Shadow - Super Moderator
- Beiträge: 1653
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Re: Pferd zu stark im Parcours
Ich glaube zwar nicht, dass ich gute Ratschläge habe, aber ich denke, es fehlt eine ganz wichtige Information.
Und zwar zur Vorgeschichte. War das schon immer so? Oder seit wann? Wer hat das Pferd ausgebildet, gab es Vorbesitzer?
Zur Gebiss-Frage. Da gibt es verschiedene Ansichten, inwiefern ein Gebiss auch zur Kontrolle in extremeren Situationen dienen soll.
Unsere Tochter vertritt eher die Meinung des von Dir genannten Bereiters und reitet gewöhnlich mit Pelham und Doppelzügel. Sie verwendet aber auch bisweilen andere Gebisse, Fulmer und Snaffle (mir fallen jetzt leider die deutschen Namen nicht ein).
Aber wie gesagt, es gibt auch Meinungen, dass das mit den Gebissen nicht das entscheidende ist.
Dieses schlechte Reagieren auf den Reiter beim Springen oder im Galopp ist eine recht verbreitete "Krankheit", die manchmal physische Ursachen hat, aber meist psychischer Natur ist.
Meist hat es etwas mit der Ausbildung oder den Vorbesitzern zu tun, speziell, wenn die Art der Ausbildung später nicht mit einigen Methoden des Besitzers koordiniert. Deswegen ist mehr Info hierzu wichtig.
Und zwar zur Vorgeschichte. War das schon immer so? Oder seit wann? Wer hat das Pferd ausgebildet, gab es Vorbesitzer?
Zur Gebiss-Frage. Da gibt es verschiedene Ansichten, inwiefern ein Gebiss auch zur Kontrolle in extremeren Situationen dienen soll.
Unsere Tochter vertritt eher die Meinung des von Dir genannten Bereiters und reitet gewöhnlich mit Pelham und Doppelzügel. Sie verwendet aber auch bisweilen andere Gebisse, Fulmer und Snaffle (mir fallen jetzt leider die deutschen Namen nicht ein).
Aber wie gesagt, es gibt auch Meinungen, dass das mit den Gebissen nicht das entscheidende ist.
Dieses schlechte Reagieren auf den Reiter beim Springen oder im Galopp ist eine recht verbreitete "Krankheit", die manchmal physische Ursachen hat, aber meist psychischer Natur ist.
Meist hat es etwas mit der Ausbildung oder den Vorbesitzern zu tun, speziell, wenn die Art der Ausbildung später nicht mit einigen Methoden des Besitzers koordiniert. Deswegen ist mehr Info hierzu wichtig.
Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.
(Marie von Ebner-Eschenbach)
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dilbert - Fliegenmützchen-Träger
- Beiträge: 87
- Registriert: 4. Apr 2010 23:42
- Wohnort: Yorkshire (GB)
Re: Pferd zu stark im Parcours
Das Pferd ist früher nie gesprungen worden. Sie hat es komplett mit ihrer jetzigen Besitzerin mit Springunterricht gelernt und hat dabei sicher auch mal den einen oder anderen Fehler gemacht und ihr zu viel die Oberhand gelassen und das Problem hatte sie ja auch schon in der Dressur, aber hier hat sie sie gut unter Kontrolle und läuft auch so passabel, aber im Parcours legt sie einen Schalter um. Also Rückenmäßig oder Ähnliches hat sie keine Probleme, das wurde schon überprüft und behandelt.
Ich werde eure Tipps auf jeden Fall mal weitergeben. Vielen Dank schon mal dafür!
Ich werde eure Tipps auf jeden Fall mal weitergeben. Vielen Dank schon mal dafür!
Erfolg wird nicht an der Menge von Schleifenmaterial gemessen.
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wellensurferin - Fliegenmützchen-Träger
- Beiträge: 84
- Registriert: 6. Apr 2010 10:26
- Wohnort: Süddeutschland
- Reitweise: vielseitig (Englisch)
Re: Pferd zu stark im Parcours
Ich bin erstens nicht so der Fachmann und zweitens ist eine Ferndiagnose immer schwierig.
Aber ich würde sagen, dass das Pferd bisweilen nicht richtig weiß, was es tun soll.
Es will wahrscheinlich das Beste tun, aber wird dann irgendwie unsicher und verkrampft sich. Angenommen, jemand spielt Fußball, wird vorm Tor aber regelmäßig kopflos und verschießt den Ball anstatt in so einem Fall abzugeben z.B.
Da hilft nur, diesen Aspekt des Trainings zu wiederholen.
Meistens lösen sich die im vorigen Beitrag angesprochen Probleme durch ein teilweises "Re-Schooling", wo ja auch schon andere Vorredner ihre Beispiele gegeben haben.
Meistens ist es, dass das Pferd etwas nicht richtig oder unter falschen Voraussetzungen, z.B. in stressiger Umgebung, z.B. zu harsche Trainer, gelernt hat. Wenn das Pferd dann das gelernte ausführen soll, errinnert es sich mehr an den Stress um das Ganze als an das gelernte selbst und es setzt eine Blockade im Gehirn ein.
Wiederholen der entsprechenden Trainingsabschnitte unter richtigen Voraussetzungen kann die unangenehmen Errinnerungen teilweise vergessen machen.
Aber ich würde sagen, dass das Pferd bisweilen nicht richtig weiß, was es tun soll.
Es will wahrscheinlich das Beste tun, aber wird dann irgendwie unsicher und verkrampft sich. Angenommen, jemand spielt Fußball, wird vorm Tor aber regelmäßig kopflos und verschießt den Ball anstatt in so einem Fall abzugeben z.B.
Da hilft nur, diesen Aspekt des Trainings zu wiederholen.
Meistens lösen sich die im vorigen Beitrag angesprochen Probleme durch ein teilweises "Re-Schooling", wo ja auch schon andere Vorredner ihre Beispiele gegeben haben.
Meistens ist es, dass das Pferd etwas nicht richtig oder unter falschen Voraussetzungen, z.B. in stressiger Umgebung, z.B. zu harsche Trainer, gelernt hat. Wenn das Pferd dann das gelernte ausführen soll, errinnert es sich mehr an den Stress um das Ganze als an das gelernte selbst und es setzt eine Blockade im Gehirn ein.
Wiederholen der entsprechenden Trainingsabschnitte unter richtigen Voraussetzungen kann die unangenehmen Errinnerungen teilweise vergessen machen.
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dilbert - Fliegenmützchen-Träger
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