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Reitschüler & Reitlehrer - Eine ganz besondere "Beziehung"!?

Ein Pferdethema was sich sonst in keine Kategorie einordenen lässt? Hier gehört es hinein

Moderator: krümel

Reitschüler & Reitlehrer - Eine ganz besondere "Beziehung"!?

Beitragvon Talon » 29. Jan 2012 11:23

Hallo zusammen!

Dieses Thema brennt mir schon länger unter den Nägeln, da ich in meinem täglichen Reiter-Umfeld und auch hier im Forum immer wieder damit konfrontiert werde und ich oft immer wieder dasselbe feststelle:

Eine seltsame Form der "emotionalen Anhängigkeit" der Reitschüler zu ihren Reitlehrern!

Als ich diese Woche Einzelunterricht bei meinem mobilen RL hatte, kamen wir nach der Stunde auch kurz auf dieses Thema zu sprechen. Ich erzählte ihm, was ich mir dieses Jahr mit meinem Pferd so alles vorgenommen habe und welche Reitstunden ich in meinem Nachbarverein hin und wieder besuchen möchte. ( Mein RL kennt die dortigen Trainer. ) Er fand das toll und bemerkte auch während der Stunde, dass mein anderer Spring- und VS-Trainer ( wer in meinem Foto-Thread mitliest, weiß ja, wie unsere "Trainings-Konstellation" ist ) mit meinem Pferd "gute Arbeit geleistet hatte, weil er so schön locker war in der Springgymnastik.

Quasi im selben Satz sagte mein RL dann, dass er es "total albern" findet, wenn RL sich gegenseitig schlecht machen, nur um ihre Schüler auf sich zu "fixieren". Was ja nun nicht gerade selten vorkommt. Zudem meinte er auch, dass ich "eine der Wenigen wäre, die er kennt, die immer ehrlich sind und auch offen sagen, wenn ihnen am Unterricht was nicht passt oder wenn sie mal bei einem anderen RL trainieren wollen".

Und ja, mir fällt es in der Tat sehr oft auf, dass viele Reiter sich unglaublich schwer tun, sich von ihren RL zu "emanzipieren", die entweder heimlich oder gar nicht bei anderen reiten oder die lieber sehenden Auges falsche Trainingsmerhoden annehmen, bevor sie mit ihrem RL das offene Gespräch führen.

Auch hier im Forum lese ich immer mal wieder den Satz: "Das muss ich aber erstnoch irgendwie meinem RL erklären." oder "Ich weiß gar nicht, wie ich es ihm sagen soll, dass ich mal bei einem anderen reiten möchte." etc.

Ich persönlich sehe das alles ja sehr nüchtern: Es geht in erster Linie um mich und mein Pferd. Wenn ich an etwas meine Zweifel habe oder nicht verstehe, spreche ich es an. Und zwar genau in dem Moment, in dem es mir auffällt bzw. mich stört. Denn dafür bezahle ich meinen RL, damit er mir in jeder Situation Rede und Antwort steht. Wenn ich merke, dass der Unterricht generell nicht mehr passt, dann melde ich mich ordenungsgemäß bei meinem RL ab, erkläre ihm warum und wieso und gehe dann zu einem anderen.

Im Grunde also alles ganz einfach. Das kleine "Einmaleins der Umgangsformen". Warum haben damit so viele Probleme bzw. sind nicht selbstbewusst genug? Oft kommt es mir so vor, als würden manche von ihren RL das Geld bekommen, dafür, dass sie bei ihnen Unterricht nehmen - nicht umgekehrt.

Ich selbst habe ab März praktisch 4(!) RL: Meinen mobilen RL, meinen VS-Trainer, meine Vereinstrainerin und eine RLin, die mein Pferd dressurmäßig in Beritt nimmt. Die kenne sich untereinander auch alle und ihr Unterricht geht "in dieselbe Richtung". Und wenn es doch mal Unterschiede gibt, dann empfinde ich sie eher als bereichernd, nicht als störend.

Und letztendlich liegt es ja am Reiter zu erkennen und zu entscheiden, was für ihn und sein Pferd richtig ist!

Wie also seht Ihr das? Und wie ist das bei Euch? Über EHRLICHE Antworten würde ich mich freuen! ;)

LG, Nicole!
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Re: Reitschüler & Reitlehrer - Eine ganz besondere "Beziehun

Beitragvon Fellohr » 29. Jan 2012 12:31

Ich glaub das es dieser "Mädchen-Gefühlsquatsch" ist.... man bindest sich emotional selber zu stark an einen RL..... nüchtern betrachtet ist er ja n Dienstleister...... Aber durch diese emotionale Bindung meint man, ihn zu verletzen, wenn man Stunden "nebenher" hat. Daher ist es schwierig das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen. Vermutlich wären diese jenen selber auch "*->zensiert<-*" wenn sie in der Situation eines RL´s wären.

Natürlich hat auch nicht jeder die Möglichkeit auf 4 Trainer zurückzugreifen, die alle eine Schiene fahren und sich nicht gegenseitig "aushebeln", sondern im Sinne des Pferde-Reiter-Paares sich über Fortschritte freuen.

Auch denke ich, dass es fiel einfacher ist, jemandem nach dem Mund reden zu können " Mein RL hat gesagt...." "Mein RL sagt das ist gut für Pferd" als sich selber zu informieren und eine Meinung zubilden.
Den Differenzen gibt es denke ich schon immer mal - bei Kleinigkeiten - und da müsste man dann *->zensiert<-* genug haben, von 4 Meinungen sich eine anzunehmen oder gar eine ganz andere zu haben. Aber RL´s stehen für viele auf nem Podest und sind unantastbar. Sie haben einfach immer Recht ..... :thumbsdown:

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Re: Reitschüler & Reitlehrer - Eine ganz besondere "Beziehun

Beitragvon stanbrue » 29. Jan 2012 13:03

Also ich würde das ganze nicht als "besondere Beziehung" definieren. Fakt ist: ich muss mit meinem Reitlehrer klar kommen.
Ich muss verstehen was er von mir und meinem Pferd will und ich muss auch Fragen stellen dürfen.
Habe ich mit einem RL persönliche Differenzen würde ich nicht bei ihm Unterricht nehmen. Die Wellenlänge sollte also schon stimmen.
Bei Jessi war das damals so, dass ich quasi 2 RL hatte. Wobei ich bei der einen Reitstunden und bei der anderen Bodenarbeitsstunden nahm. Bei RL1 hat mir die Bodenarbeit nicht gefallen und bei RL 2 die Reitstunde nicht.
Das war mit der Besitzerin so abgesprochen, und auch beide RL waren damit einverstanden und nicht böse wenn ich einen Samstag lieber Bodenarbeit machen als Reiten wollte.

In Vereinen finde ich es aber gerade schwierig, weil man oftmals ( heutzutage vllt. nicht mehr sooft, aber bei mir damals schon ) doch nur einen Trainer hat.In meinem damaligen Verein war nur eine RL und um woanders reiten zu können, hätte ich weiter fahren müssen. Mit besagter RL kam ich zum Schluss sowieso nicht klar, weil sie Lieblingskinder hatte. Und diese Lieblingskinder sind nach dem Reiten lieber rauchen gegangen als die Pferde zu versogen, aber gut das ist ein anderes Thema.

Trotzallem finde ich mittlerweile toll das es etwas wie mobile RL gibt. So kann man auch mal andere Sichtweisen kennenlernen. Schaden, finde ich, würde das ganze nur, wenn die Trainer in eine komplett gegensätzliche Richtung denken und ausbilden. Ansosnten findeich das nicht schlimm, solange ich und mein Pferd mich wohlfühlen :)
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Re: Reitschüler & Reitlehrer - Eine ganz besondere "Beziehun

Beitragvon Stuetchen » 5. Feb 2012 16:36

Nur mal kurz laut gedacht:

Wobei ich mich auch frage, wie oft, die RL vors Loch geschoben werden, obwohl es am Reiter liegt. Bei Reitfehlern kann man doch locker sagen: "Das liegt am RL", und auch wenn ich mir einen gut gemeinten Rat nicht annehmen möchte, kann ich sagen: "Da frage ich erst einmal den RL." Und wenn ich will, sage ich dann, dass er dagegn war.
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Re: Reitschüler & Reitlehrer - Eine ganz besondere "Beziehun

Beitragvon Talon » 5. Feb 2012 16:51

@ Stuetchen: Sehe ich ganz genau so! Das rangiert für mich gleich nach der "beliebten Aussage": Das Pferd ist schuld! :roll:
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Re: Reitschüler & Reitlehrer - Eine ganz besondere "Beziehun

Beitragvon moorfrosch » 5. Feb 2012 17:07

Talon hat geschrieben:Und ja, mir fällt es in der Tat sehr oft auf, dass viele Reiter sich unglaublich schwer tun, sich von ihren RL zu "emanzipieren", die entweder heimlich oder gar nicht bei anderen reiten oder die lieber sehenden Auges falsche Trainingsmerhoden annehmen, bevor sie mit ihrem RL das offene Gespräch führen.


Für Reitanfänger ist das denke ich besonders schwer. Anfänger, die es nicht besser wissen, als dass sie das was der RL vermittelt oder wie er es vermittelt in Frage stellen KÖNNEN, sehen in ihrem RL halt oft so eine Art Vorbild, denke ich und da der RL ja "schon alles kann", was man selbst noch lange nicht auf die Reihe bekommt, wird dem wohl nicht so gerne widersprochen. Ich denke, um sich von einem RL zu "emanzipieren", wie du sagtest, braucht man selbst gewisse Grundlagen und muss selbst wissen, was man erreichen will, muss eine Vorstellung davon haben, wo man mit dem Pferd hinwill. Das ist aber wohl auch oft etwas, was nicht von heute auf morgen geschieht...
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