Hallo alle miteinander!
So, mit 3 Wochen Verspätung kommt nun endlich der Bericht von unserem Geländeturnier.
Wir waren, wie gesagt, für den Geländereiterwettbewerb und den E-Stilgeländeritt gemeldet.
Das Wetter war an jenem Tag, zumindest am Anfang, mehr als Bescheiden. Es regnete in einer Tour und ich kam schön völlig aufgeweicht auf dem Turnierplatz an. ( Bin hin geritten, da es ja nur ca. 2-3 km von meinem Stall entfernt ist. ) Kaum auf dem Abreiteplatz angekommen zeigte sich der Himmel dann wieder gnädig und es blieb dann auch für den Rest des Tages trocken. Hatte dennoch zuerst ein wenig bedenken, wegen dem aufgeweichten Boden, da mein Pferd keine Stollen trägt. Aber es war dann zum Glück doch nicht so rutschig, wie von mir angenommen.
Um 13 Uhr sollte meine erste Prüfung, der Geländereiterwettbewerb beginnen. Wir Reiter durften mit unseren Pferden die Strecke im Schritt abreiten und ihnen dabei die Sprünge zeigen. Der Ritt bestand aus insgesamt 6 Sprüngen, die wirklich sehr einfach waren. Fast alles nur kleine Baumstämmchen und einmal noch kurz die Wellenbahn, an der niedrigsten Stelle, hoch und runter reiten. Ursprünglich waren 8 Reiter genannt, von denen dann letztendlich aber nur 4 antraten.
Problematisch war dann, dass mir nicht genug Zeit zum Abreiten blieb und Adham noch sehr heiß war, als wir an den Start gingen. Und wenn mein Pferd zu heiß ist, dann neigt es manchmal dazu sein Gehirn auszuschalten. Das bescheidene Ergebnis davon war dann, dass wir doch tatsächlich zwei Steher vor zwei winzigen Baumstämmchen hatten ( man hätte sie fast schon, leicht abfällig, als „etwas dickere Trabstangen bezeichnen können ) und dadurch mit einer Wertnote von 5, 9 auf dem vierten, also letzten Platz, landeten. Nun ja, ich fands schon etwas peinlich und hab innerlich über mein Pferd den Kopf geschüttelt. Aber gut, manchmal steckt man in den „Viechern“ eben einfach nicht drin…

Gleich im Anschluss ging’s zur Streckenbesichtigung für den E-Stilgeländeritt. Vor meinem Durchgang waren erst noch die Reiter vom „Jahrgang 90 und jünger“ dran, somit blieb mir diesmal genug Zeit zum Abreiten.
Adham war nach wie vor „in bester Laune“, weshalb ich das Abreiten seiner Lauffreude angepasst habe. Wann immer er wollte, durfte er Traben und Gloppieren ( das ist bei ihm kein Problem, denn er wird dadurch nicht zum Durchgänger, sondern entspannt sich, weil er Druck abbauen darf ). Habe ihn insgesamt eine gute Stunde abgeritten und dazwischen immer wieder mal über die drei, auf dem Abreiteplatz aufgebauten Sprünge, geritten. Das hat er alles sehr gut gemacht und er benahm sich dabei wirklich vorbildlich.
Hier ein kleines Video davon:
http://www.youtube.com/watch?v=mAPYkqFEbA4Der Ritt bestand aus insgesamt 14 Sprüngen und ging über das gesamte Gelände:
Sprung 1 und 2:

Danach ging es auf den Damm hoch und zum Stufenhindernis ( Stufe hoch: Sprung 3 ):
Stufen runter ( Sprung 4: Baumstamm, Sprung 5: Absprung ):

Sprung 6: Hügel mit Baumstamm

Sprung 7: Steinmauer

Sprung 8a und 8b: Bergab-Kombi; Sprung 9: Großer Baumstamm

Sprung 10: Rot-Gelber-Sprung ( auf dem Bild noch grün, wurde fürs Turnier neu gestrichen

)

Sprung 11: Eingang Wasser
Sprung 12: Aussprung Wasser ( man musste dabei über eine weiß gestrichene Planke springen ) Anmerkung: Auf dem Video liegt die Planke noch VOR dem Wasser, also als EINsprung. Auf dem Turnier lag sie dahinter, als AUSsprung!
Sprung 13: Schweinerücken

Danach ging es über das Wellenhindernis und danach über Sprung 14:

Wie der Ritt ausging? Nun ja, was soll ich sagen, MIR ist etwas total mega-ober-peinliches passiert: Ich habe mich auf dem Weg von Sprung 12 zu Sprung 13 verritten. Auf der EIGENEN HEIMISCHEN Anlage und mit durchnummerierten Sprüngen! *Ascheaufmeinhaupt*
Wie es dazu kam?
Nun ja, ich war halt mal wieder super nervös und aufgeregt ( und da setzt bei mir dann halt auch gerne mal das Hirn aus- wie bei meinem Pferd ) und habe bei dem Einreiten ins Wasser, also bei Sprung 11, nicht realisiert bzw. im Eifer des Gefechts vergessen, dass es sich dabei AUCH um einen „Sprung“ handelt und dann habe ich beim Aussprung, also Sprung 12, irgendwie das Nummernschild mit der Zahl 12 übersehen und dachte somit ich wäre erst bei Sprung 11. Naja, und dann sah ich zwar den Sprung 13 ganz klar vor mir, aber habe Ausschau nach Sprung 12 gehalten. Habe mein Pferd im Galopp auf eine Volte gelenkt – was als verreiten und damit als Verweigerung zählt – und habe mich nach dem ominösen Sprung 12 umgeguckt. Es kam dann auch schon ein befreundeter Reiter angerannt und hat gerufen: „Da ist Sprung 13! DA musst Du rüber!“ Okay, das hab ich dann auch gemacht.
Leider hat mein Pferd dann Sprung 14 verweigert – keine Ahnung wieso, im Training sprang er den immer – und damit hatten wird dann die dritte Verweigerung ( die erste war an Sprung 12, welche ich auch nicht verstanden hatte, denn die weiße Planke kannte er ja auch ), was zum Ausschluss führte.
Hab mich dann natürlich erstmal „ne Runde geärgert“, ob meiner eigenen Blödheit ( Pferde sind halt manchmal komisch und verweigern aus unbekannten Gründen, aber dass ICH so dröselig war und mich verritten habe, das ist schon ein „kleiner Hammer“! ).
Besonders schade war es auch deshalb, weil wohl die beiden Richter von meinem Ritt insgesamt sehr angetan waren. Meine RLin stand während meinem Ritt bei ihnen in der Nähe und hörte, wie sie sich unterhielten und sagten, dass mein Sitz und das Tempo/ der Rhythmus meines Pferdes, sowie auch seine Manier an den Sprüngen ihnen gut gefielen. Meine RLin war der Ansicht, dass wenn die drei Fehler uns bzw. mir nicht passiert wären, wir wohl im vorderen Drittel platziert worden wären. Wirklich sehr, sehr schade…
Ich glaube, das nächste Mal werfe ich mir vor dem Ritt ein paar „Rescue-Tropfen“ ein, damit mein Hirn nicht wieder auf „Ausnahmezustand“ schaltet!

Egal, zumindest sind wir wieder um eine Erfahrung reicher und ich bin auch schon etwas stolz auf mein Pferd, weil er die ganzen schwierigen Sachen ( besonders Stufen und Bergab-Kombi ) so toll und ohne Zögern gemeistert hat.
Außerdem haben wir ein Kompliment von einem der Richter, der mich und mein Pferd schon länger kennt, bekommen. Er meinte zu mir, dass er sehr überrascht gewesen war, wie gut „der Traber“ das gemacht hätte. Und bei DEM Richter heißt das auch was, weil er dafür bekannt ist, dass er jedem Reiter „knallhart“ seine Meinung ins Gesicht sagt, auch wenn sie noch so vernichtend ist.
Jetzt steht für Adham und mich dieses Jahr noch einmal ein Geländetraining am 22. und 23.10. an, das „Saisonabschlusstraining“ sozusagen und danach noch am 29.10. eine Fuchsjagd, zu der wir von einem befreundeten VS-Trainer eingeladen wurden. Dann kommen erstmal die ruhigen Hallenmonate mit Springtraining bei meinem mobilen RL, auf die ich mich schon sehr freue. Und dann mal schauen, wie es nächstes Jahr mit uns weiter geht.
LG, Nicole!
PS: Morgen am 9.10. starten wir in einer E- und A-Dressur. Mal schauen, wie es da läuft.
