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Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Tölt, Pass und Trott... Hier finden sich die zusammen, die mehr als 3 Gänge haben

Moderator: tigerlara

Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon Shadow » 5. Sep 2009 11:30

Ist es eigentlich tatsächlich so, dass das Training mit den Gewichtsgamaschen und den zusätzlich schweren Eisen noch Gang und Gebe in der Gangpferde-Szene ist?
Wendet diese Methode vielleicht sogar jemand an?

Persönlich halte ich davon eher weniger. Es muss sicher noch andere Wege geben um ein Pferd in eine takreine Gangart zu bringen.
Besonders die erhöhte Beinaktionen finde ich lachhaft. Also entweder das Pferd ist ausdrucksstark in der Bewegung durch normales Training oder nicht. Dieses Schummeln vor Turnieren und Wettkämpfen halte ich echt für moralisch bedenklich :thumbsdown:
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon SneakyPie » 5. Sep 2009 11:48

Oh ja, das ist weit verbreitet.

Durch das erhöhte Gewicht ändert sich der Takt, denn das Bein bleibt länger am Boden stehen. Bei Pferden, die zu Passtölt neigen, werden die Gewichte an den Vorderbeinen eingesetzt, bei Trabtöltern an den Hinterbeinen.

Die vermehrte Aktion ensteht durch den höheren Kraftaufwand, mit dem das Pferd sein Bein vom Boden heben muss.

Auch ich habe Gewichte genutzt, da Ása statt Tölt immer Schweinepass gezeigt hat (kein Wunder, habe sie mit hochgezupftem Kopf reingetrieben :/ ).
Aber ich hab eben erkannt, dass man so erheblich in die Biomechanik eingreift und dem Pferd keinen Gefallen tut.

Lieber richtig Reiten ;)

Zeitweise eingesetzt können die Gewichte dem Pferd helfen, vom Gangsalat zum korrektem Takt zu finden.
Selbst das sehe ich kritisch, da ich denke, gute Reiter können diesen Weg der Ausbildung auch ohne Hilfsmittel gehen.
Aber gut, als Freizeitreiter lieber mal wenige Wochen Gewichte einsetzen, als dem Pferd durch Gangsalat dauerhaften Schaden zufügen...
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon Shadow » 5. Sep 2009 12:11

Es ist schon etwas her, aber ich war vor einigen Jahren mal auf einem größeren Islandpferde-Turnier zu Gast und hab dort das erste Mal diese Gewichtmanschetten live gesehen.
Ein Reiterpaar hatte nämlich unmittelbar vor dem Start noch außerhalb des offiziellen Geländes mit diesen Gamschen hart trainiert und warmgeritten und ich stand ziemlich dicht dabei, als Glocken und Gamschen entfernt wurden bzw. gewechselt wurden.
Die ersten Schritte danach ging das Pferd wie ein Storch im Salat... Erst da hat's mir gedämmert, dass die Gamschen wohl nicht so leicht waren wie normalerweise der Beinschutz ist.
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon SneakyPie » 5. Sep 2009 12:18

Meist werden Gewichte um 150g bis zu 280g eingesetzt.
Bedenken muss man aber immer, dass sich das Gewicht durch die Flugkraft um einiges erhöht und letztendlich im Kilobereich landet!
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon Anna89 » 5. Sep 2009 13:53

Ja leider ist das immer noch gang und gebe.
Ich bin da der Meinung wie SneakyPie.
Damit belastet man die Beine einfach viel zu sehr. Das fängt ja bei den Eisen schon an. Nur die müssen ja sein, wenn das Pferd nicht Barhuf laufen kann. Aber da verschieden schwere Eisen vorne und hinten drauf zu machen finde ich nicht gut. Gleich schwer sind die wohl nie, weil sie sich unterschiedlich ablaufen, aber da muss man ja nicht nur verschlimmern.

Achja: Gewichte hinten drauf zu machen ist nicht so effektiv wie vorne. Man muss hinten also viel mehr draufpacken ums das Zeil zu erreichen.

Es gibt wohl auch Leute die einfach nur leichte Glocken vorne drauf machen, weil durch das Weise die Bewegung besser aussieht. Da denk ich mir, ok wers braucht. Aber wirklich schwere Glocken/Buts oder Ginge finde ich nicht in Ordnung.

Ich bin bis jetzt auch immer nur Pferde geritten, bei denen das nichts geholfen hat. Oder alles nur noch verschlimmert. Aber vielleicht habe ich mich auch blöd angestellt. Jetzt würde ich es jedenfalls nicht mehr machen.
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon Nevadia » 12. Sep 2009 10:57

Also meine Freundin reitet ihren Isi auf dem Platz beim Training immer mit Gewichtsglocken.
Er ist Natürtölter und zeigt absolut keinen Trab unter dem Reiter. Durch die Gewichtsglocken zeigt er nun schon ansatzweise einen guten Trab.

Finde solange die nicht immer drauf gepackt werden, sind sie eine gute TraingsHILFE
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon fribi » 12. Sep 2009 11:32

Ich muss gestehen, dass ich von Gangpferden keine Ahnung habe. Um so interessanter finde ich jetzt, von euch hier etwas darüber zu erfahren, deshalb werde ich weiterhin hier reinschauen (habe das in anderen Foren nicht gemacht, weil dort oft so viele Beiträge erscheinen, dass ich gar nicht alle lesen wollte.......) ;)
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon tigerlara » 12. Sep 2009 11:42

Gewichtsmanipulation ist eine heikle Sache.

Tatsache ist, dass durch schwerere Eisen tatsächlich versucht wird eine höhere Gangaktion zu erreichen.
Auch ist es, dass durch Gewichtsglocken dies auch versucht wird.

Während ich finde, dass Glocken über einen kurzen Zeitraum oder auch mal zwischendurch zum Training Pferden helfen können besser ihren Takt zu finden (siehe Nevadia) und dieser Zustand dann auch ohne Glocken irgendwann erreicht wird, sehr hilfreich sind, hört bei Eisen mein Verständnis auf.

Abgesehen von der körperlichen Belastung, also die in Anspruchnahme von Sehnen und Gelenken bzw. des ganzen Bewegungsapparates, finde ich es auch irgendwo ab einem bestimmten Zeitpunkt schwachsinnig. Das Pferd läuft 24h am Tag, 7 Tage die Woche mit diesen Eisen darum. Irgendwann gewöhnt es sich daran und wenn die Eisen dann einmal ab sind, dann hat man zunächst einen Storch im Salat und dann nimmt die Aktion rapide ab - Reiter gefrustet - Sinn verfehlt.

Kurzzeitige Gewichtspanipulation über Glocken mit guter Erklärung tolerierbar - schwere Eisen ein absolutes no go.
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon Noah » 25. Sep 2009 19:19

Auch wenn meine Reitbeteiligung in einem Isländer-Stall steht, muss ich zugeben, dass ich nicht so viel Ahnung von Gangpferden habe. Aber jetzt weiß ich ja endlich, was diese Teile an den Hufen sind und was sie bewirken. :D

Ich bin auch der Meinung, dass es moralisch nicht korrekt ist. Ja, ich finde sogar, dass es fast unter Gewalt fällt. Man zwingt das Pferd dazu auf eine andere, unnatürliche Art zu gehen. Es ist genauso abscheulich wie Barren und anderes, dass das Pferd zu höhere Leistungen zwingt.

Man sollte das Tier so akzeptieren, wie es ist.
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon Bláinn » 6. Nov 2009 00:38

Ich bin auch der Meinung: Man sollte den Tölt herreiten können und nicht durch Gewichte her"zwingen"

Als Unterstützung bzw Hilfe am Anfang: Okay, aber wenn dann Sportpferde ohne ihre Gewichte keinen taktklaren Tölt gehen können - NO GO!!!

Meine Meinung: Gymnastizierung und dann kommt der taktklare Tölt von fast alleine!!
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon motzer » 6. Nov 2009 19:40

Für diejenigen, die sich nicht vorstellen können, wie so ein Beschlag aussieht/ aussehen kann.

Bild

Quelle: König Pferd erschienen im Bechtlermünz Verlag

Dazugehöriger Text
Wo Schaugänge mit hoher Knieaktion gefragt sind, wird der Hufbeschlag nicht selten zur Tierquälerei. Die Aufnahmen zeigen die bei Tennessee-Walking-Horse üblichen Beschlag der Vorderhufe mit schweren Gummiklötzen. Die ketten um die Fesseln haben die zusätzliche Aufgabe, bei jedem Schritt schmerzhaft auf den empfindlichen, oft sogar wundgemachten Kronrand zu schlagen und dadurch das Pferd zu noch höheren Anheben der Beine zu bewegen.
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon Mel89 » 13. Nov 2009 17:07

Das ist echt der Hammer,
es muss doch andere Möglichkeiten geben ein Pferd zu trainieren?
Da kann ich nur den Kopf schütteln, halten 'tu' ich davon absolut nichts. Allerdings bin ich eh nciht so gerne in der Gangpferdeszene unterwegs. Ist mir alles nciht so geheuer auch wie die Reitweide an sich ist. Einen losgelassenen Rücken bekommt man nicht wirklich zu sehen.
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon Chrissie » 23. Nov 2009 15:08

Ich bin ja auch über zwei Jahre auf Isis geritten und habe dabei das ein oder andere Turnier beobachten "dürfen". Es ist wirklich noch sehr verbreitet, vor allem mit den Hufglocken zu arbeiten, wobei ich das wirklich nur in 1-2 Fällen so richtig extrem gesehen habe. Bei meinem ehemaligen Reitstall wurde so etwas nie praktiziert (zum Glück!). Dort kommen nur in Ausnahmefällen die leichtesten Glocken drauf. Ich bin, zum Beispiel, in den ganzen 2 1/2 Jahren bloß 2x mit den ganz leichten Hufglocken geritten, weil ich einen Kurs gegangen bin. Aber das war's dann auch schon. Und zu diesen Beschlägen: Ich finde es echt übel, seinem Pferd so etwas an zu tun =/

LG =)
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon minimary » 3. Dez 2009 12:24

Ich habe ja von den Gangpferden auch keine Ahnung, aber was diese Sachen hier angeht ..... ich weiß nicht.....finde ich nicht in Ordnung.
Klar könnte man jetzt sagen, ein Pferd das eine Kutsche zieht oder einen Reiter trägt, muss damit ja auch fertig werden. Aber zusätzlich noch sowas???
Ich denke immer das solche Mittel nur dann eingesetzt werden, wenn die Menschen unfähig sind, den gewünschten Effekt auf normale Weise zu erreichen! Oder eben nicht schnell genug, also müssen solche "Hilfsmittel" her!
Liebe Grüße
Marion
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Re: Gewichtsglocken / Gewichtseisen

Beitragvon tigerlara » 7. Dez 2009 15:30

minimary hat geschrieben:Ich denke immer das solche Mittel nur dann eingesetzt werden, wenn die Menschen unfähig sind, den gewünschten Effekt auf normale Weise zu erreichen! Oder eben nicht schnell genug, also müssen solche "Hilfsmittel" her!


Es ist nicht nur so, dass der gewünschte Effekt manchmal nicht erzielt werden kann oder der Mensch reiterlich nicht dazu fähig ist, manchmal scheitert es auch einfach an der Gangveranlagung des Pferdes. Manche Pferd sind nunmal keine Lampenaustreter und werden es auch nie werden können. Aber damit sollte man sich als Mensch abfinden oder vorher schon im Klaren darüber sein, dass es möglich ist, dass das Pferd nur eingeschränkt hohe Knieaktion hat und es nur im Rahmen seiner Möglichkeiten fordern und fördern.
Diese Akzeptanz haben leider viele nicht und versuchen trotzdem mehr zu erzielen, als möglich ist.
Dann soll es manchmal einfach nur gehen ohne Sinn und Verstand schnell,
schnell,
schnel
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