Hallo Anonymous

Natural Horsemanship

Fragen rund um Trail, Reining & was sonst die Westernreitweise ausmacht, sind hier gut aufgehoben

Moderator: krümel

Re: Natural Horsemanship

Beitragvon Trapper » 20. Apr 2010 22:26

Hi

Selber bin ich als Späteinsteiger sofort auf der Suche nach einer Ausbildungsmethode gewesen, die Zugang zum Pferd schafft.
Nicht einfach.
Nicht einfach, weil es zu der Zeit bereits einige gab, die ihre Methode als den Hit vermarkten wollten.
Also fängt man an zu sortieren.
Die eine Seite war: Nicht alles passt zu einem.
Die andere Seite: Alles ist gut.

Nie hab ich aufgehört zu Suchen und gefunden hab ich immer wieder Neues.
Beeindruckt haben mich Leute, von denen hier die Wenigsten gehört haben werden.
Leider muss ich sagen, dass die Leute ausnahmslos aus den USA kommen.
Sie kommen nicht aus der Turnierscene, sie kommen aus der Richtung "Ranch Work".
Dort werden keine GAGA / Puschipuschi / Tüdel Pferde gebraucht, bestenfalls landen sie in der Wurst.
Das wie...wie bilde ich ein zuverlässiges Pferd aus, das muss man den Leuten dort verkaufen können.

Aus der Ecke kommt auch z.B. Pat Parelli.
Schaut man sich an, was er zumindest im Level 1 vermittelt, dann findet man es auf so gut wie jedem Zettel anderer NHS Ausbilder.
PNH hat in meinen Augen einen kleinen Vorteil...: Man kann es über die Systeme gut erlernen.
Mir ist es jedenfalls einigermaßen gelungen.

Vielleicht war es so, das die Westernreiter sich eine andere Art der Bodenarbeit angeeignet haben, nur sind Heute die Klassischen sehr interessiert.
Diese Aussage habe ich Heute noch von einer NHS Trainerin gehört.
Ihre Seminare werden immer mehr von Strumpfhosen besucht.....find ich super.

Persönlich geb ich gerne ne Hilfe, wenn es knackt aber ich tu's nur noch, wenn ich angesprochen werden.
Zu oft hab ich die Begeisterung erlebt, wenn man ein gehorsames Pferd hat aber keiner wollte an "sich" arbeiten.
NHS ist ne Methode / Technik, die aber überhaupt nichts mit Mechanik zu tun hat.
Pferde sind eigenständige Charaktere, die für Geschriebenes und du MUSST, nichts über haben.
Falls wir irgendwann mal in der Lage sind zu denken und ein Pferd nicht zu zwingen...dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Die andere Seite:
NHS hat mit OHM und Schnickschnack nichts zu tun.
Jegliches Werkzeug das wir benutzen, muss ein klares Zeichen geben.
Das Signal muss für das Pferd verständlich sein.
Weiter muss ein Pferd Gesund geritten werden.
Man kommt also nicht daran vorbei, es auch im klassischen Stil zu Reiten.
Ein Geholper ala Parelli lehne ich ab...das ist Murks.

Meine Einstellung rührt wohl auch daher, da ich ein Anhänger der Legerete bin ( die Strichlein spare ich mir ).
Dieser Gedanke, kombiniert mit der Westernreitweise, bringt mir ein gutes Pferd.
Ok..dat dazu ;)

Die 7 Games sind Spiele, die enormen Nutzen haben.
Jedes Game kann ich im Alltag einsetzen....gebrauchen.
Ob ich ein Tor öffne und mein Pferd geht auf Signal durch und wartet.
Ob ich es auf Blick zurück schicke oder es zurück geht, weil ich mit ner Schubkarre hantiere....ich kann es gebrauchen.
Ob ich seinen Kopf runter haben möchte, weil ich es aufhalftern will...usw.
Weiter wird das Pferd spielerisch desensibilisiert.
Was will man mehr...ach ja...seine linke und rechte Gehirnhälfte hab ich nebenbei "dual aktiviert" :D
Warum also unnötige Geldausgaben, wenn man es so einfach haben kann?

Weiter gehts..der Nächste bitte ;)

Trapper
Benutzeravatar
Trapper
Mähnen-Einflechter
 
Beiträge: 44
Registriert: 5. Apr 2010 00:58
Reitweise: Western

Re: Natural Horsemanship

Beitragvon Shadowgirl » 24. Apr 2010 11:45

Heute und morgen ist hier in der Gegend ein Natural-Horsemanship-Seminar in einem Reitverein.
Ich nehme zwar nicht selbst dran teil, werde aber für die Zeitung darüber berichten.

Habe mich bisher noch nicht wirklich damit auseinander gesetzt, aber bin schon sehr gespannt :-)
Hat evt. jemand einen Tipp, worauf das Haupt-Augenmerk liegen sollte? :)
Benutzeravatar
Shadowgirl
Handwechsel-Sager
 
Beiträge: 109
Registriert: 21. Okt 2009 19:43
Wohnort: Nordenham
Reitweise: Englisch

Re: Natural Horsemanship

Beitragvon azgirl » 24. Apr 2010 16:04

Ist es NH vom Boden aus oder unterm Sattel ?

Fuer beide gilt jedoch :
Koerpersprache zwischen Mensch und Pferd !
- wie viel Druck ( mann faengt immer nur mit dem leisesten Druck an ) ein Pferd benoetigt seine Beine zu bewegen in die Richtung wo du das Pfed hinhaben willst . Die connection zum Pferdehirn liegt in den Beinen.Pferd lernt wenn der Drueck wegkommt , nicht wenn der Druck angebracht wird, timing.
- wieviel Zeit/ Versuche / Geduld ein Pferd benoetigt etwas zu verstehen ( jedes Pferd ist etwas anders )
- wie verhaellt sich Pferd wenn Mensch sich nicht richtig verstaendlich machen kann, wie reagiert dann der Mensch/ Pferd.
- Giebt man dem Pferd Zeit zum nachdenken
- ist das Pferd nach einer Uebung ruhiger als vorher
- hoert man immer auf einer guten Note auf, ist Pferd relaxed, senkt seinen Kopf , faengt das kauen an, macht einen Zufriedenen Eindruck.
Home on the range....
Benutzeravatar
azgirl
Fliegenmützchen-Träger
 
Beiträge: 53
Registriert: 5. Apr 2010 22:13
Wohnort: Arizona, USA
Reitweise: Western & English

Re: Natural Horsemanship

Beitragvon Shadowgirl » 24. Apr 2010 18:57

Ich glaube beides. Laut Vorankündigung waren heute Theorie und Seven Games und morgen soll es mit Reittechniken, Wendungen und Stopps beginnen und nachmittags finden noch ein Training mit Planen, Stangen, etc. und ein Krachtraining statt.
Hoffe, dass ich ab morgen Mittag dort anwesend sein kann xD

Die Punkte klingen als Grundsätze aber doch schon mal gut. Danke :-) Das werde ich dann auf jeden Fall im Mittelpunkt mit einbauen.
Benutzeravatar
Shadowgirl
Handwechsel-Sager
 
Beiträge: 109
Registriert: 21. Okt 2009 19:43
Wohnort: Nordenham
Reitweise: Englisch

Re: Natural Horsemanship

Beitragvon kathi2018 » 13. Jul 2010 10:50

Hallo zusammen,

ich bin gerade auf dieses Forum aufmerksam geworden und dachte mir, ich schreibe auch mal meine Erfahrungen zu NHS :cool:

Mein Freund hat bereits seit ca 5 Jahren ein eigenes Pferd - einen auf Western umgestellten Riesen-Hannoveraner :)
Weil ich schon ewig irgendwie mit Pferden zutun hatte und auch schon immer ein eigenes Pferd haben wollte, litt ich die letzten Jahre immer schön vor mich hin - wir konnten unser Hobby ja nicht so dolle teilen mit nur einem Pferd - aureiten wir dabei schon schlecht zu zweit auf einem Pferd :thumbsup: ...

Also suchte ich und fand dann schließlich im April 2010 meine süße AppiStute.
Wollte nie eine Stute haben, aber die hat es mir angetan :D Hat einen faszinierenden eigenen, aber lieben Charakter...

Kurz vorher lernten wir über Ecken unseren jetzigen Trainer kennen. Wir sind zwar gut mit unserem Pferd klar gekommen (also es gab keine extravaganten Probleme und das Pfer war/ist toll), aber mein Schatzi und ich haben immer gedacht "hier fehlt etwas". Der Trainer ist echt klasse. Beschäftigt sich schon Ewigkeiten mit der Pferd-Mensch-Beziehung und hat wirklich Ahnung.
Also haben wir schon vor meinem Pferdekauf mit unserem ersten Pferd das Training begonnen.
Allgemeine Tips und natürlich die 7 Games. Unser Hannoveraner war immer schon brav, aber durch das Training hat er sich noch mal positiver entwickelt - eben noch mehr untergeordnet.
Denn im Nachhinein hat man gemerkt, dass der Hannoveraner eben einfach nur lieb war und uns mochte.
Er hat viel für uns getan, aber nie völlig untergeordnet.

Bei meiner Stute war mir das Training dann besonders wichtig.
Durch ein Handycap am Bein benötige ich ein Pferd, auf das ich mich möglichst stark verlassen kann.
Das kann ich natürlich nur, wenn das Pferd mich als Herdenführer ansieht und mir völlig vertraut.
Ich hatte es zwar allgemein etwas leichter, da sie sehr gut ausgebildet ist, aber irgendwie auch schwerer als mein Freund, da sie eben eine typische Stute ist. Ohne den Trainer im Hintergrund hätte ich wahrscheinlich sogar am Kauf gezweifelt.
Bei der Vorbesitzerin war sie nämlich viel aufgedrehter und hat mich natürlich in den ersten Tagen überhaupt nicht akzeptiert (war immer lieb, lief auch brav unter mir, aber dominierte mich z.B. indem sie beim führen vor lief und so was)

Ich kann nur sagen, dass ich mehr als begeistert bin mit dem Training und natürlich auch mit dem Kauf der Stute.
Wir lernen mehr und mehr die Sprache der Pferde - wie die sich eben in Ihrer Herde verhalten - das Sozialberhalten...
Also verstehen unsere Pferde natürlich auch immer besser was wir von ihnen wollen, weil wir mehr und mehr deren Sprache lernen. Wie es ja eben schon erwähnt wurde: In der Herde werden die auch weg geschickt, wenn sie sich nicht benehmen, werden eingeladen zum kuscheln und heran treten und dürfen sich bei der Leitstute in sicherer Umgebung entspannen, wenn sie brav sind und sich unterordnen, etc.!
Das Leben der Pferde besteht eben aus dem Wunsch nach Sicherheit und Komfort - erst dann kommt Fressen, etc.!

Bereits nach kurzer Zeit lief meine Stute mir immer öfter frei hinterher, blieb unangebunden beim absatteln und putzen stehen, lief brav hinter mir (und nicht mehr vor meiner Schulter), und und und... das alles ohne Gewalt...
Andere am Stall sagen sogar, dass wir bereits nach den wenigen Monaten enger aneinander gewachsen sind, als manche nach vielen Jahren und dass sie sich bereits stark an mich angepasst hat (ist ruhiger geworden, etc.) :love:

Wenn jemand mehr möchte als zu lernen sich auf einem Pferd zu halten, dann kann ich diese Art der Bodenarbeit parallel zum anderen Training nur empfehlen.

Die 7 Games sind ja nur der Anfang - wir gehen mittlerweile mit Knotenhalfter viel ins Gelände, verbringen Zeit auf der Koppel der Pferde und starten mit dem Reittraining. Und die Pferde sind bei jedem Training entspannt und haben Spaß daran.

Liebe Grüße

Kathi
Benutzeravatar
kathi2018
Stallgassen-Feger
 
Beiträge: 6
Registriert: 11. Jun 2010 11:41
Reitweise: Western

Re: Natural Horsemanship

Beitragvon El Samraa » 16. Sep 2010 11:38

Kathi, ich bin begeistert, deinen Bericht zu lesen. Genauso soll es sein ! Ich wuensch dir weiterhin viiiiel Sass mit deiner Suessen...moegen doch mehr Menschen beginnen, die Sprache des Pferdes zu lernen !
"Jedes Pferd hat einen Fehler -
er hat zwei Beine und sitzt auf seinem Ruecken"


Vollblutarabergestuet
"al sana'a arabians"
Brannan 21
7550 Hommelvik
Norwegen

Put some class under your ass - ride an arabian horse !
Benutzeravatar
El Samraa
Handwechsel-Sager
 
Beiträge: 171
Registriert: 2. Sep 2009 09:49
Wohnort: Hommelvik / Norwegen
Reitweise: Western

Re: Natural Horsemanship

Beitragvon vanderbild » 4. Feb 2011 14:04

Trainiere mit meinen Billi das Natural Horse Teaching. :thumbsup:

Erkenne viele Dinge die Ihr hier beschrieben habt wieder.
Meiner Meinung nach kann es heißen wie es will, es ist einfach nur genial.

Erlebe dies seit ca 1,5 Jahren und bin super Begeistert. :D :D :D

Vielleicht schaut Ihr einfach mal bei mir rein, dann wißt Ihr wie ich es meine. ;)
Es zu erklären wäre zu viel und es ist ja auch bei jedem Pferd anders anzuwenden.


LG Sabine
Behandle jeden Menschen und jedes Tier so, wie auch du behandelt werden möchtest
Benutzeravatar
vanderbild
Eckenausreiter
 
Beiträge: 12
Registriert: 26. Jan 2011 12:59
Wohnort: kreis plön
Reitweise: Freizeitreiten

Vorherige

Zurück zu Western

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast